Freitag, 15. Dezember 2017

Meine Meinung zu Star Wars - Die letzten Jedi (Spoilerfrei)

Bevor ihr anfangt zu lesen, müsst ihr wissen, dass mir das Schreiben an diesem Blogeintrag sehr schwer gefallen ist. Einmal, weil ich überhaupt nicht spoilern wollte und zum Anderen, weil es mir sehr schwer fällt über diesen Film zu sprechen. Ich verspreche euch, dass dieser Eintrag spoilerfrei ist, ABER:


!Wenn ihr wirklich ohne Meinung anderer in den Film gehen wollt, bitte ich euch jetzt nicht mehr weiterzulesen, denn durch meine Meinung könntet ihr beeinflusst werden und das Kinoerlebnis nicht mehr richtig genießen.! *



Bildquelle: Kino.de


Originaltitel: Star Wars: Episode VIII - The Last Jedi
Kinostart: 14.12.2017
Dauer: 152 Minuten
Genre: Science-Fiction-Film
FSK: ab 12
Produktionsjahr: 2017
Produktionsland: USA
Filmverleih: Walt Disney

Quelle: Kino.de

Handlung
Nach Star Wars - Das Erwachen der Macht wissen wir, dass die erste Ordnung in der Galaxis herrscht. Prinzessin Leias Widerstand hat Schwierigkeiten und Rey bittet Luke Skywalker um eine Ausbildung zum Jedi, um mit Finn und Poe gegen die Erste Ordnung zu kämpfen.

Meine Meinung

Am 13.12.2017 saß ich um 23.59 Uhr im Kino und wartete sehnsüchtig - mit Herzklopfen -auf Star Wars - Die letzten Jedi. Gehyped von Trailern, Merchandise-Artikeln und eigenen  Theorien hatte ich hohe Erwartungen an diesen Film. Es gibt keinen Star Wars Film, den ich nicht mit Tränen in den Augen sehe. Ich bin beim Filme gucken sowieso sehr nah am Wasser gebaut, aber bei Star Wars brennen bei mir jedes Mal die Sicherungen durch.
Wir schreiben also diesen besagten Abend:
Wie üblich beginnt der Film mit der Titelmelodie. Meine Härchen stellen sich auf - auf Armen, im Nacken - einfach überall. In der erste Stunde war ich wie betäubt. Die Szenenbilder und Handlungen wechselten immer und immer wieder. Wenn man sich gerade in eine Szene hineingedacht hat, schwenkte die Kamera wieder an einen anderen Ort. Im nächsten Teil des Filmes kamen solche Situationen auch noch einige Mal vor. Ich habe neue Charaktere kennen- und alte Charakter weiter lieben gelernt. Da es sich um einen zweiten Teil einer Trilogie handelt, kann ich über diese vielen verschiedenen Handlungsstränge hinwegsehen. Worüber ich aber nicht hinwegsehen kann, ist, dass eine Art von Humor verwendet wurde, die ich noch nie in einem Star Wars Film als so störend empfunden habe. Kam ein "lustiger" Spruch von einem Charakter, konnte ich nicht anders als mit dem Kopf zu schütteln. Den anderen Kinobesuchern schien es nicht anders zu gehen, denn ich konnte beobachten, dass keiner bei diesen Anekdoten, die witzig wirken sollten, gelacht hat. Der Saal war stumm - nicht wegen Begeisterung. Einige Handlungen verliefen so kurzzeitig, als hätte man Angst gehabt zu viel Zeit des Filmes zu beanspruchen. Mir ist schleierhaft, was sie sich dabei gedacht haben. Ich verstehe nicht, warum Star Wars dem Mainstream-Trend folgt. Es hat mich nicht nur die Art des Humors gestört: Man hätte einfach viel, viel mehr aus diesem Film machen können. Ich habe das alte Star Wars nicht mehr wiedererkannt. Es gab zum Glück zwischenzeitlich Szenen, die mich über diese Kritikpunkte haben kurzzeitig hinweg sehen lassen. Die Macht und die Art, wie sie mit den Gefühlen von Kylo Ren und Rey verbunden ist, war in keinem Star Wars Film so intensiv wie in diesem. Ich habe mit Rey mitgefühlt, auch mit Kylo Ren. Die Parallelen zu Star Wars Episode 5 haben mir gefallen. Die Hoffnung in der Galaxis hat mir gefallen. Wie Rey und Kylo Ren sich entwickelt haben, hat mir auch gefallen. Das war aber auch alles. Ich bin ehrlich - ich hatte während den "guten" Szenen Tränen in den Augen, aber dieses unbeschreibliche Gefühl wurde von den negativen Kritikpunkten verdrängt. Als der Film zu Ende war, starrte ich auf die Leinwand und habe nur mit dem Kopf geschüttelt. Keiner sagte ein Wort. Ich erinnere mich an Rogue One. Die Menschen haben nach dem Film teilweise geklatscht und laut miteinander geredet, diskutiert. In den Augen der Menschen mit denen ich die letzten Jedi gesehen habe, habe ich keine Freude gesehen, sondern pure Verwirrung und Enttäuschung.




Fazit



Star Wars bleibt für mich trotzdem immer Star Wars und ich werde nicht aufhören, es zu lieben. Mir ist bewusst, dass ich die alten Filme nicht mehr anschauen kann, ohne an diesen Film denken zu müssen - daran, wie Charaktere verändert wurden - um den Mainstream-Content zu bieten, den jeder heute feiert. Vielleicht muss ich mir den Film ein zweites Mal ansehen, um damit warm zu werden. Ich habe heute (einen Tag später) die ganze Zeit nachgegrübelt und mich bei meinen Freunden wegen des Films beschwert, weil ich einfach unzufrieden war. Unzufrieden, weil sie hätten mehr daraus machen können. Ich weiß nicht, ob es an Disney lag, aber an Episode 4 wird dieser Film für mich nicht heran kommen. Mir ist bewusst, dass Disney drei Generationen mit diesem Film befriedigen muss. Die Generation, die mit Luke groß geworden ist. Die Generation, die mit Anakin groß geworden ist und die heutige Generation. Star Wars ist für mich aber kein Science-Fiction-Film, wie jeder andere. Star Wars ist für mich mehr. Wenn ich mir vorstelle, Episode I bis VI nie gesehen zu haben, dann hätte ich Episode 8 wahrscheinlich gefeiert - eben, weil er Mainstream-Content enthält. Weil er genauso ist, wie Science-Fiction-Filme heutzutage sein müssen. Zudem habe ich mir wahrscheinlich das Kinoerlebnis selbst ein bisschen vermasselt, da ich einfach viel zu hohe Erwartungen hatte. Meine Messlatte hing viel zu weit oben. Ich denke nicht, dass überhaupt ein neuer Star Wars Film in meinen Augen an die alten Teile rankommen werden wird. Deshalb ist es wichtig, dass ihr alle OHNE Erwartungen rein geht.
 Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den dritten und letzten Teil der Trilogie.
Der Film bekommt von mir leider nur 2,5 von 5 Popcorn-Tüten


Der Titel eines Artikels von Welt.de über die letzten Jedi ist mir besonders ins Auge gesprungen und auch der Artikel im Allgemeinen gefällt mir:
„Die letzten Jedi“ ist der misslungenste, großartigste Film der Serie

Ich wünsche euch viel Spaß bei dem Film 

und möge die Macht stets mit euch sein.

*Mir ist bewusst, dass sich Meinungen zu Filmen ändern können, aber das hier war mein erster Eindruck. Außerdem habe ich viele andere Kritiken und Meinungen gelesen. Viele sagen, dass dieser Film, der beste Star Wars aller Zeiten ist. Wie ihr also sehen könnt, spalten sich die Gemüter.

Montag, 11. Dezember 2017

Meinung zum Kriminalfilm "Mord im Orient-Express"

Einen wunderschönen guten Abend!
Wie versprochen kommt hier meine kleine, aber feine Meinung zum Film "Mord im Orient-Express".

Bildquelle: Kino.de


Kinostart: 09.11.2017
Dauer: 114 Minuten
Genre: Thriller, Kriminalfilm
FSK: ab 12
Produktionsjahr: 2017
Produktionsland: USA
Filmverleih: Fox
Quelle: Kino.de


Handlung

Auf dem Heimweg von Istanbul nach London kommt der Meisterdetektiv Hercule (Kenneth Branagh) in eine verzwickte Lage: Auf dem Balkan wird der Zug durch Schneeverwehungen aufgehalten. Gleichzeitig findet ein brutaler Mord statt. Das Opfer ist der Amerikaner Mr. Ratchett (Johnny Depp). Abgeschnitten von der Außenwelt muss sich der Mörder noch unter den Mitreisenden des Luxus-Zuges befinden. Doch jeder von ihnen erzählt eine andere Geschichte.
Quelle: Kino.de


Meine Meinung zum Film (Spoilerfrei)

Normalerweise bin ich kein großer Fan von Kriminalfilmen oder Krimis, die sonst so im TV laufen. Ehrlich gesagt bin ich nur wegen der Besetzung in den Film gegangen, weil Johnny Depp und Daisy Ridley mitspielen. Auch die anderen Schauspieler sind grandiose Talente, aber die Beiden fand ich schon immer toll.
Wie schon genannt, sind Kriminalfilme eigentlich nicht so meins, aber nachdem ich "Mord im Orient-Express" gesehen habe, bin ich versucht, weitere Filme in der Art zu sehen und denke auch darüber nach mir das Buch dazu anzuschaffen - auch wenn ich eigentlich keine Krimis lese, aber hey, der Film hat mich ja auch überrascht und überzeugt.
Die Kostüme und auch die Maske der Schauspieler haben mir wunderbar gefallen, denn alles ist im 20er Jahre - Look gehalten und auch die Kulissen sind der Zeit angepasst. Der Orient Express, also der Zug, ist so schön in Szene gesetzt worden, dass ich am Liebsten durch die Leinwand in den Zug gestiegen wäre und das obwohl jemand ermordet wurde. :D
Die Filmmusik ist mir leider nicht im Kopf geblieben, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich so fasziniert vom Thema war und die ganze Zeit gerätselt habe, wer denn nun der Mörder ist und wer dem Detektiv Unsinn erzählt. Bis zuletzt hatte ich eine Vermutung, doch am Ende kam dann eine völlig unerwartete Wende.
Ich möchte, denen die Krimis mögen und gerne rätseln diesen Film wirklich ans Herz legen. Doch ich spreche auch die an, die normalerweise nicht solche Filme sehen, wie ich eben.

Der Film bekommt deshalb von mir 5 von 5 Popcorn-Tüten 



Zum Schluss möchte ich euch noch darauf aufmerksam machen, dass dem Film ein Buch zum Ursprung liegt, welches ich noch nicht gelesen habe, weshalb hier eine kurze Inhaltsangabe folgt. Vielleicht habt ihr ja Lust, den Krimi zum Film zu lesen.

Bildquelle: Amazon


Inhaltsangabe

Nach einigen Mühen hat Hercule Poirot ein Abteil im Kurswagen Istanbul - Calais des Luxuszugs ergattert. Doch auch jetzt ist ihm keine Ruhe vergönnt: Ein amerikanischer Tycoon ist ermordet worden, der ganze Zug voller Verdächtiger. Und der Mörder könnte jederzeit wieder zuschlagen. Eine Aufgabe, wie gemacht für den Meisterdetektiv.
Quelle: lovelybooks




Sonntag, 19. November 2017

Buchrezension zu "Berühre mich. Nicht." von Laura Kneidl


Hallo ihr Lieben,
ich hoffe ihr hattet bis jetzt ein entspanntes Wochenende und konntet euren Stress teilweise vergessen. Ich habe leider noch viel zu tun, aber was muss, das muss. :)


Autorin: Laura Kneidl
Verlag: LYX Verlag
Seiten: 459 (broschiert)
Empfohlenes Alter: ab 14
Originaltitel: Berühre mich. Nicht.
ISBN: 978-3736305274
Preis: 12,90€ [DE]



Inhalt

Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte. Doch dann traf sie ihn ... 

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts - kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint, und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt dies ihr Herz gefährlich schneller schlagen ...
Quelle: lovelybooks


Meine Meinung (Spoilerfrei)
Als ich dieses Buch begonnen habe, wusste ich überhaupt nicht, was mich erwartet. Durch den Klappentext bin ich überhaupt nicht schlau geworden und habe mich schon da die ganze Zeit gefragt "was ist mit Sage los?". Der Titel "Berühre mich. Nicht" hat mich zu Beginn sehr verunsichert, da ich dachte, es kommen viele Bettgeschichten auf mich zu, aber das war nicht der Fall. Der Titel ist bedacht ausgewählt und trifft für mich zu hundert Prozent auf das, was Sage widerfahren ist, zu. 
Laura Kneidls Schreibstil ist einfach zu lesen und auch die langen Sätze, benötigen keinerlei Anstrengungen, was mir sehr gefallen hat. Sie schreibt für die empfohlene Altersgruppe angemessen, wobei mir die "Sexszene" für das empfohlene Alter zu ausführlich beschrieben ist. Das ist aber nur ein kleiner negativer Aspekt.
Sage und Luca sind meiner Meinung nach zwei Menschen aus eigentlich unterschiedlichen Welten. Nie hätte ich gedacht, dass sich die Beiden annähern könnten, wegen Sages Angst. Luca ist ein sehr einfühlsamer Charakter, der zu Beginn erst gar nicht so herüber kommt. Trotzdem sammelt er im Laufe des Buches immer mehr Sympathiepunkte und eroberte am Ende auch mein Herz. 
Ich habe oft in Rezensionen zu diesem Buch gelesen, dass Sages Angst viel zu übertrieben dargestellt worden ist, was meiner Meinung nach jedoch absoluter Schwachsinn ist. Wer sich teilweise in Sages Vergangenheit hineinversetzen kann (was natürlich sehr schwer ist), dem wird bewusst, dass Sages Angst total berechtigt ist und keinesfalls übertrieben. An manchen Stellen finde ich Sages Verhalten sogar ziemlich locker, in Anbetracht zu dem, was passiert ist.
Neben Sage und Luca gibt es weitere Charaktere, die Laura Kneidl wunderbar beschreibt und in den Plot mit hinein bezieht. Man erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle und das meine ich ernst. Durch ihre Erzählweise fühlt es sich an als könnte man in Sage hineinblicken und all das fühlen, was sie in den Momenten fühlt. Die positiven Gefühle nimmt man als Leser verdammt intensiv wahr, was für mich ziemlich befremdlich war, denn so ein Buch habe ich ehrlich gesagt noch nie in den Händen gehalten. Das soll aber keinesfalls heißen, dass es schlecht war, sondern ganz im Gegenteil: Neben CoHo's "Nur noch ein einziges Mal" ein weiteres Highlight in 2017! 


Fazit
Ohne spoilern zu wollen, hat mich das Ende total fertig gemacht. Laura Kneidl hat ihr Buch mit einem absoluten Hammer beendet, was viele Leser wahrscheinlich um den Verstand gebracht hat (mich eingeschlossen!!). :D
Dieses Buch hat mich emotional sehr mitgerissen, was sich jedoch nicht durch eine einzige Träne gezeigt hat (was überhaupt nicht schlimm ist!). Die negativen Emotionen von Sage waren für mich ziemlich heftig, jedoch haben die positiven Gefühle mehr mit mir gemacht. Ich habe mich oft erwischt, wie ich bei emotionalen Hochs von Sage und Luca gelächelt und mich so sehr für sie gefreut habe. 
Das behandelte Thema ist ziemlich schwierig in einem Buch zu verarbeiten, aber Laura Kneidl hat mehr als gute Arbeit geleistet. Wer die Bücher von CoHo liebt, wird auch dieses wundervolle Meisterwerk lieben!

Freitag, 17. November 2017

Buchrezension zu "Nur noch ein einziges Mal" von Colleen Hoover




Hallo und willkommen bei meinem ersten Blogpost überhaupt. Ich hätte es mir selbst nicht verzeihen können, wenn ich nicht mit einem Buch meiner Lieblingsautorin angefangen hätte. :D  


Autorin: Colleen Hoover
Verlag: dtv
Seiten: 416 (broschiert)
Empfohlenes Alter: ab 16
Originaltitel: It ends with us
ISBN: 978-3-423-74030-2
Preis: 14,95€ [DE] 15,40€ [A]


Inhalt

Eine Achterbahn der Gefühle 

Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht ...

Quelle: lovelybooks


Meine Meinung (Spoilerwarnung!)

Wenn ich ein Buch von Colleen Hoover anfange, weiß ich immer: es kann nur gut werden. Meiner Meinung nach übertrifft sie sich jedes Mal aufs Neue und dieses Mal hat sie es wieder geschafft.
Colleen Hoover ist auch in diesem Buch ihrem Schreibstil treu geblieben. Da ich den Originaltitel bereits gelesen hatte, wusste ich, was auf mich zukommen würde. Trotzdem wurde ich mit einer Welle der Gefühle getroffen als ich angefangen habe zu lesen. Besonders gefallen hat mir die Aufteilungen der Kapitel, da wir etwas über Lily Blooms gegenwärtiges Leben erfahren, aber auch Einblick in ihre Vergangenheit, nämlich durch ihre Tagebücher, gewinnen. 
Zu Beginn fiel es mir schwer Lily in ihren Handlungen zu verstehen, da das Wissen über ihre Vergangenheit gefehlt hat, aber das hat mich nicht gestört, da man recht zügig etwas darüber erfahren konnte. Ryle, dem Lily begegnet, war mir die ganze Zeit über unsympathisch. Deshalb fiel es mir ziemlich schwer zu verstehen, was Lily in ihm sah. Seine Direktheit war mir unheimlich, was vielleicht daran liegen könnte, dass ich keine Menschen kenne, die so direkt mit der Tür ins Haus fallen. Lily scheint sich zudem sehr schnell zu verlieben, was aber logisch erscheint, in Anbetracht der Beziehung, die sie zu ihrem verstorbenen Vater hatte. Ryle, der zuerst keine Interesse an einer richtigen Beziehung hatte, sondern bloß Sex mit Lily wollte, änderte meiner Meinung nach seine Meinung zu diesem Thema viel zu schnell. Durch Lilys Tagebücher erfahren wir, dass ihre Mutter ein Opfer der häuslichen Gewalt war und Lily dies durchaus immer wieder mitbekommen hat. Durch Atlas, ein junger Obdachloser, der gegenüber in einem leerstehendem Haus lebte, schöpfte sie neue Hoffnungen. Es wurde nie ausdrücklich im Buch gesagt, aber die intensiven Gefühle, die beide Jugendliche füreinander pflegten, verrieten, dass die Beiden sich sehr liebten. 
Auch in der Gegenwart holen Lily diese Gefühle ein, was sehr verständlich ist, denn für Ryle hat sie ebenfalls echte Gefühle entwickelt, die denen von Atlas sehr ähnlich sind. Die Tagebücher liest sie, um Atlas zu vergessen, damit sie mit Ryle unbeschwert zusammen sein kann. Colleen Hoover wäre nicht Colleen Hoover, wenn sie Atlas nicht zurück in Lilys Leben schicken würde. Denn gerade als Lily es schafft, Atlas so gut es geht zu vergessen, taucht er auf und wirft Lilys Gefühle durcheinander. Dennoch ist Lily sich sicher, dass Ryle der perfekte Mann für sie ist und das obwohl sie weiß, dass sein Verhalten ihr gegenüber überhaupt nicht in Ordnung ist. Sie lässt sich Ryles handgreiflichen Übergriffe gefallen und das, obwohl sie sich geschworen hat, niemals wie ihre Mutter zu sein. 
Emotional wird es meiner Meinung nach in den Momenten, bei denen man merkt, wie zerrissen und unsicher Lily Ryle gegenüber ist. Oftmals sagt man als Außenstehender "wieso trennt sie sich nicht einfach von ihm?" Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich so ebenfalls über das Thema häusliche Gewalt gedacht, doch durch Lily und ihrer Liebe zu Ryle wird einem erst einmal bewusst, wie schwer es einem fallen kann, den Menschen zu verlassen, den man über alles liebt. Die positiven Seiten sollten doch stärker sein als die Negativen...
 Ihr selbstloses Handeln am Ende des Buches macht sie endgültig zu einer starken Frau, die sie im Verlauf des Buches geworden ist. 



Fazit

Ich weiß, ich habe ein richtig gutes Buch gelesen, wenn ich danach Zeit für mich brauche, damit ich eine Weile überlegen kann. Dies war bei Nur noch ein einziges Mal genau der Fall gewesen. Als ich fast fertig mit dem eigentlichen Plot war und nur noch der Epilog und das Nachwort folgte, war ich erst einmal ein wenig enttäuscht, denn ich kannte es nicht bis zu dem Zeitpunkt bei einem ihrer Bücher nicht geweint zu haben. Dies änderte sich dennoch schlagartig als ich den Epilog und das Nachwort, welches sehr persönlich war, gelesen habe. Durch ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema häusliche Gewalt, welche sie in dem Nachwort niedergeschrieben hat, hat sie mich noch einmal anders auf den Plot sehen lassen. 
Allgemein umfasst dieses Buch eine emotionale Geschichte, die jedoch ein schlimmes, dringend zu vermeidendes Thema mit sich bringt. Wie immer gilt bei Colleen Hoover: Wer eine "einfache" Liebesgeschichte, ohne hässliche Themen (die immer wieder aktuell und leider zu oft vorkommen) lesen will, sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen.

On Instagram

© Büchermädchen. Made with love by The Dutch Lady Designs.